{"id":4446,"date":"2023-09-14T15:29:36","date_gmt":"2023-09-14T13:29:36","guid":{"rendered":"https:\/\/hungerprojekt.ch\/?p=4446"},"modified":"2023-09-15T11:28:34","modified_gmt":"2023-09-15T09:28:34","slug":"gemaess-sofi-report-leiden-783-millionen-menschen-an-hunger","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/hungerprojekt.ch\/de\/2023\/09\/14\/gemaess-sofi-report-leiden-783-millionen-menschen-an-hunger\/","title":{"rendered":"Gem\u00e4ss SOFI-Report\u00a0leiden\u00a0783 Millionen\u00a0Menschen\u00a0an\u00a0Hunger"},"content":{"rendered":"<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Die nachhaltige Beseitigung des Hungers findet lokal statt, so der neue UN-Bericht<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>783 Millionen Menschen leben in Hunger. Grosses Potenzial liegt in den l\u00e4ndliche Gemeinden.<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der diesj\u00e4hrige <span style=\"color: #0000ff;\"><a style=\"color: #0000ff;\" href=\"https:\/\/www.fao.org\/3\/cc3017en\/online\/cc3017en.html\">SOFI-Bericht (State of Food Security and Nutrition in the World)<\/a><\/span>, der am 12. Juli 2023 ver\u00f6ffentlicht wurde, zeigt, dass <strong>weltweit bis zu 783 Millionen Menschen in Hunger leben<\/strong>. Diese Zahl ist zwar im Vergleich zum Vorjahr relativ unver\u00e4ndert*, aber Faktoren wie Konflikte, Armut, Klima, wirtschaftliche Schocks und COVID-19 haben es unwahrscheinlich gemacht, dass wir das Ziel der nachhaltigen Entwicklung f\u00fcr 2030, den Hunger zu beenden, ohne signifikante \u00c4nderungen an unseren globalen und lokalen Ern\u00e4hrungssystemen erreichen werden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Im \u00dcbereinstimmung mit den Ergebnissen des diesj\u00e4hrigen SOFI-Berichts stellen wir vom Hunger Projekt fest, dass die globale Nahrungsmittelkrise einen mutigen, umfassenden, lokal gef\u00fchrten Ansatz erfordert, der die komplexen Probleme angeht, die mit dem Hunger zusammenh\u00e4ngen, wie die Gleichstellung der Geschlechter, den Zugang zu Bildung, die digitale L\u00fccke, Konflikte und Klimamassnahmen in der Gemeindeentwicklung. In den l\u00e4ndlichen Gemeinschaften, mit denen wir in Afrika, S\u00fcdasien und Lateinamerika zusammenarbeiten, haben wir die Entwicklung nachhaltiger, gerechter Nahrungsmittelsysteme beobachtet &#8211; lokal gef\u00fchrte Systeme, in denen jeder Mensch zuverl\u00e4ssigen Zugang zu n\u00e4hrstoffreichen Lebensmitteln hat. Wir wissen, dass durch umfassende Zusammenarbeit eine Welt ohne Hunger m\u00f6glich ist.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Was k\u00f6nnen Sie tun?<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Gemeinschaften haben die entsprechenden L\u00f6sungsans\u00e4tze, doch wird ihnen oft der Zugang zu den f\u00fcr die Umsetzung erforderlichen Ressourcen verwehrt. Einzelpersonen und zivilgesellschaftliche Organisationen m\u00fcssen Regierungen und den privaten Sektor auffordern, sinnvolle Ressourcen f\u00fcr nachhaltige, von den Gemeinschaften getragene L\u00f6sungen bereitzustellen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>NENNENSWERTE ERGEBNISSE DES SOFI BERICHTS 2023<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>BIS ZU 783 MILLIONEN MENSCHEN WELTWEIT LEBEN IN HUNGER.<\/li>\n<li>IN AFRIKA IST 1 VON 4 MENSCHEN VON HUNGER BETROFFEN, MEHR ALS DOPPELT SO VIELE WIE IM WELTWEITEN DURCHSCHNITT.<\/li>\n<li>IM JAHR 2030 WERDEN ETWA 630 MILLIONEN MENSCHEN CHRONISCH UNTERERN\u00c4HRT SEIN.<\/li>\n<li>FAST 148,1 MILLIONEN KINDER UNTER F\u00dcNF JAHREN (22,3 %) SIND UNTERERN\u00c4HRT, UND 45 MILLIONEN (6,8 %) LEIDEN AN MANGELERN\u00c4HRUNG<\/li>\n<li>DIE MEHRHEIT DER MENSCHEN, DIE HEUTE UNTER CHRONISCHEM HUNGER LEIDEN, SIND FRAUEN: 27,8 % DER ERWACHSENEN FRAUEN, DIE UNTER CHRONISCHER ERN\u00c4HRUNGSUNSICHERHEIT LEIDEN, SIND M\u00c4SSIG ODER STARK ERN\u00c4HRUNGSUNSICHER, VERGLICHEN MIT 25,4 % DER M\u00c4NNER.<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>L\u00e4ndlich investieren bedeutet global investieren<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der diesj\u00e4hrige Bericht unterstreicht, wie wichtig lokal gef\u00fchrte L\u00f6sungen in l\u00e4ndlichen Gebieten sind, um die weltweite Hungerkrise zu bek\u00e4mpfen. Alvaro Lario, Pr\u00e4sident des Internationalen Fonds f\u00fcr landwirtschaftliche Entwicklung, sagte auf der Er\u00f6ffnungssitzung des SOFI 2023: &#8222;Investitionen in die l\u00e4ndliche Entwicklung sind der Schl\u00fcssel zur Verringerung von Armut und Hunger in l\u00e4ndlichen, st\u00e4dtischen und stadtnahen Gebieten gleichermassen.&#8220; Die rasche Verst\u00e4dterung f\u00fchrt h\u00e4ufig zu einer Vernachl\u00e4ssigung der l\u00e4ndlichen Gebiete, was einen eingeschr\u00e4nkten Zugang zu M\u00e4rkten und Dienstleistungen zur Folge hat und die Ern\u00e4hrungsunsicherheit weiter versch\u00e4rft. Die St\u00e4rkung der Verbindungen zwischen st\u00e4dtischen und l\u00e4ndlichen Gebieten ist entscheidend f\u00fcr die Bek\u00e4mpfung des weltweiten Hungers.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die Schaffung nachhaltiger, vernetzter Systeme erfordert die umfassende Beteiligung der Menschen, die auf dem gesamten Kontinuum zwischen Stadt und Land leben. Im Rahmen des SOFI 2023 wird die Bedeutung der lokalen F\u00fchrung bekr\u00e4ftigt und erkl\u00e4rt, dass Entwicklung nur dann nachhaltig sein kann, wenn die Menschen \u00fcber die richtigen Instrumente und Ressourcen verf\u00fcgen, um ihre eigene Entwicklung zu steuern. Die Programme des Hunger Projekts ebnen den Weg zur Eigenst\u00e4ndigkeit, indem sie lokale Partnerschaften nutzen und Frauen als Akteurinnen des Wandels positionieren, die es den Gemeinschaften erm\u00f6glichen, ihre eigenen L\u00f6sungen f\u00fcr ihre besonderen Herausforderungen zu entwickeln.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Aufruf zu einem koordinierten Ansatz<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Bericht fordert ausserdem koordinierte Investitionen der Regierungen, der Zivilgesellschaft und des Privatsektors zur Beseitigung des Hungers in l\u00e4ndlichen Gebieten als Massnahme zur Verhinderung des Hungers in st\u00e4dtischen Gebieten. Das Hunger Projekt setzt sich daf\u00fcr ein, Partnerschaften mit lokalen Organisationen, Regierungsvertretenden und Gemeinden auf der ganzen Welt zu schliessen. Wir verfolgen einen ganzheitlichen Ansatz, der Frauen st\u00e4rkt, Gemeinschaften mobilisiert und Partnerschaften mit Regierungen f\u00f6rdert, um Hunger und Armut zu beenden.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Ein universeller Ansatz greift oft zu kurz, wenn es darum geht, die verschiedenen Faktoren zu bek\u00e4mpfen, die zum Hunger beitragen. Wie der Generaldirektor der FAO, Qu Dongyu, auf der SOFI-Veranstaltung 2023 sagte: &#8222;L\u00f6sungen sollten lokalisiert und an den lokalen Kontext angepasst werden.&#8220;<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Fortschritte bei der Geschlechterkluft<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Als positive Entwicklung hebt der Bericht die Fortschritte bei der geschlechtsspezifischen Ern\u00e4hrungsunsicherheit auf globaler Ebene hervor. Im Zuge der Pandemie stieg die geschlechtsspezifische Ern\u00e4hrungsunsicherheit im Jahr 2021 auf 3,8 Prozentpunkte. Im Jahr 2022 ist sie den Berichten zufolge auf 2,4 Prozentpunkte zur\u00fcckgegangen. Die weltweite Betonung der Bedeutung von Frauen schafft weiterhin eine neue Zukunft der M\u00f6glichkeiten.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>WARUM DER LOKALE KONTEXT WICHTIG IST<\/strong><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">DIE EINBINDUNG LOKALER GEMEINSCHAFTEN UND INTERESSENGRUPPEN IN DIE KONZEPTION UND UMSETZUNG VON L\u00d6SUNGEN IST F\u00dcR DEREN ERFOLG UND NACHHALTIGKEIT VON ENTSCHEIDENDER BEDEUTUNG. WENN WIR DIE LOKALEN \u00d6KOSYSTEME, KULTURELLEN PRAKTIKEN UND SOZIO\u00d6KONOMISCHEN DYNAMIKEN VERSTEHEN, K\u00d6NNEN WIR KONTEXTSPEZIFISCHE INTERVENTIONEN ENTWICKELN, DIE DEN HUNGER WIRKSAM BEK\u00c4MPFEN UND DIE WIDERSTANDSF\u00c4HIGKEIT ST\u00c4RKEN. ZUR LOKALISIERUNG GEH\u00d6RT AUCH DIE ANERKENNUNG UND NUTZUNG VON TRADITIONELLEM WISSEN UND EINHEIMISCHEN PRAKTIKEN, DIE GEMEINSCHAFTEN SEIT GENERATIONEN ERHALTEN HABEN. DURCH DEN EINSATZ VON TECHNOLOGIEN, DIE BEF\u00c4HIGUNG VON MENSCHEN MIT ENTSPRECHENDEN F\u00c4HIGKEITEN UND DIE ANPASSUNG DER MASSNAHMEN AN DEN LOKALEN KONTEXT K\u00d6NNEN WIR EIN GERECHTERES UND WIDERSTANDSF\u00c4HIGERES ERN\u00c4HRUNGSSYSTEM SCHAFFEN.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Indem wir die Bem\u00fchungen miteinander verkn\u00fcpfen und Ver\u00e4nderungen in den Bereichen Regierung, Ern\u00e4hrungssysteme, Bildung, Gesundheit und Gemeinwesen herbeif\u00fchren, legt unsere Arbeit beim Hunger Projekt den Grundstein f\u00fcr einen nachhaltigen Fortschritt, der zu Eigenst\u00e4ndigkeit f\u00fchrt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der weit verbreitete Hunger ist ein Zeichen f\u00fcr tief verwurzelte Probleme und zeigt die Schwachstellen unserer derzeitigen Nahrungsmittelproduktion, -verteilung und -konsummuster auf. Das Verst\u00e4ndnis dieser Zusammenh\u00e4nge ist entscheidend f\u00fcr die Bew\u00e4ltigung der globalen Nahrungsmittelkrise und die Gestaltung eines gerechten und nachhaltigen Ern\u00e4hrungssystems. Der diesj\u00e4hrige SOFI-Bericht untersucht diese Zusammenh\u00e4nge und schl\u00e4gt einen koordinierten Weg nach vorn f\u00fcr uns alle vor.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der Bericht \u00fcber den Stand der Ern\u00e4hrungssicherheit und Ern\u00e4hrung in der Welt 2023 wurde am 12. Juli 2023 gemeinsam von der Ern\u00e4hrungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO), dem Internationalen Fonds f\u00fcr landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD), dem Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), dem Weltern\u00e4hrungsprogramm (WFP) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ver\u00f6ffentlicht.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">*Obwohl diese Zahl niedriger ist als im letztj\u00e4hrigen Bericht, warnen die SOFI 2023-Meldebeh\u00f6rden davor, dies als objektiven R\u00fcckgang des Hungers zu betrachten. L\u00fccken in der Berichterstattung aus wichtigen Regionen geben m\u00f6glicherweise kein umfassendes Bild ab.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&nbsp; Die nachhaltige Beseitigung des Hungers findet lokal statt, so der neue UN-Bericht 783 Millionen Menschen leben in Hunger. Grosses Potenzial liegt in den l\u00e4ndliche Gemeinden. Der diesj\u00e4hrige SOFI-Bericht (State of Food Security and Nutrition in the World), der am 12. 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