Die Überwindung von Hunger und extremer Armut in Benin bleibt trotz sichtbarer Fortschritte eine enorme Herausforderung. Fast die Hälfte der Bevölkerung lebt in Armut, viele Kinder sind mangelernährt und nur wenige Menschen haben Zugang zu Elektrizität oder sauberem Wasser.
Mit gezielten Projekten in der Landwirtschaft, im Bildungsbereich und im Unternehmertum stärken wir besonders Frauen und junge Menschen, damit sie Hunger und Armut nachhaltig überwinden können.
14,8 Millionen Einwohner:innen
70 % der Menschen leben von der Landwirtschaft
(UN World Food Programme, 2024/25)
40 % der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze
Benin hat in den vergangenen Jahren grosse Fortschritte gemacht. Das Land gilt heute als Beispiel für demokratische Stabilität und wirtschaftliches Wachstum in Westafrika. Investitionen in Infrastruktur, Energie und digitale Technologien schaffen neue Chancen – vor allem für die junge Generation.
Doch trotz dieser positiven Entwicklungen ist das Leben von zu vielen Menschen weiterhin von Armut und Hunger geprägt.
Da der Grossteil der Bevölkerung in ländlichen Regionen von der Landwirtschaft lebt, treffen die zunehmenden Folgen der Klimakrise diese Gemeinden besonders hart: Wiederkehrende Dürren, häufige Überschwemmungen und schwankende Ernten gefährden sowohl die Ernährungssicherheit als auch die Einkommensgrundlagen.
Die Folgen sind dramatisch: Ein Drittel aller Kinder unter fünf Jahren ist chronisch mangelernährt, und 8 % sterben, bevor sie ihren fünften Geburtstag erreichen (Global Hunger Index 2024).
83 % aller Haushalte können sich keine gesunde Ernährung leisten
Gerade einmal 57 % der Bevölkerung haben Zugang zu Elektrizität
Nur 3 % der Bevölkerung haben Zugang zu sicheren Sanitäranlagen
Frauen in Benin sind überproportional betroffen. Gesellschaftliche und strukturelle Benachteiligungen erschweren ihren Zugang zu Land, Bildung und anderen Ressourcen erheblich. Dadurch bleibt ihnen oft die Möglichkeit verwehrt, ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften.
Genau hier setzt die Arbeit des Hunger Projekts an:
Unsere Programme stärken gezielt Frauen und junge Menschen, fördern Eigeninitiative und eröffnen nachhaltige Perspektiven. Gemeinsam mit lokalen Partnern entwickeln wir Projekte, die Gemeinden von innen heraus stärken – für mehr Selbstbestimmung, Bildung und wirtschaftliche Unabhängigkeit.
In Benin wird Sheabutter oft als «Gold der Frauen» bezeichnet. Ihre Verarbeitung liegt nahezu vollständig in den Händen von Frauen und stellt eine der wenigen Einkommensquellen mit erheblichem wirtschaftlichem Potenzial dar. In den Anbaugebieten trägt die Produktion von Sheabutter zu 40 bis 50 % des Haushaltseinkommens bei.
In den Distrikten Fô-Bouré und Gamia begleiten wir insgesamt 240 junge Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren auf ihrem Weg in ein selbstbestimmtes und wirtschaftlich unabhängiges Leben. Im Mittelpunkt steht die Stärkung junger Bäuerinnen, die Sheanüsse sammeln und zu hochwertiger Sheabutter verarbeiten.
Die Teilnehmerinnen erhalten eine praxisnahe Ausbildung in modernen, umweltschonenden Verarbeitungstechniken sowie Zugang zu zeitgemässen Produktionsanlagen und Gerätschaften. Dies ermöglicht eine deutliche Steigerung von Ertrag und Produktqualität.
Zugleich unterstützt das Projekt die Bildung von selbstorganisierten Frauengruppen, um den Wissensaustausch zu stärken, Ressourcen effizient zu nutzen und Kosten zu senken. Als organisierte Produzentinnen verfügen die Frauen zudem über eine verbesserte Verhandlungsposition gegenüber Abnehmern. Ergänzend wird der Aufbau nachhaltiger Wertschöpfungsketten unterstützt, von der Ernte bis zum Verkauf, mit sicheren Märkten und festen Abnehmern.
So entstehen stabile Einkommen – für die Frauen, ihre Familien und die gesamte Region.
Beide Projekte greifen folgende Kernthemen unserer Arbeit auf:
Stärkung der Frauen: Durch gezielte Ausbildung der Frauen und die Bildung gemeinschaftlicher Strukturen wird die Eigenverantwortung gestärkt und ihre Lebensbedingungen sowie die ihrer Familien verbessert.
Aufbau eines nachhaltigen Geschäftsökosystems: Durch Partnerschaften entlang der Wertschöpfungskette, Kooperationen mit Unternehmen und Mikrofinanzinstitutionen werden die Rahmenbedingungen für langfristigen Erfolg geschaffen.
Förderung umweltschonender Landwirtschaft: Moderne Produktionsmethoden steigern Produktivität und Qualität, während die natürlichen Ressourcen, die Sheabäume, geschützt werden.
Die Wirkung der Projekte ist vielfältig: Frauen erzielen verlässliche Einkommen, investieren in die Bildung und Gesundheit ihrer Kinder und stärken durch ihr unternehmerisches Engagement die lokale Wirtschaft. Insgesamt profitieren 6’800 Menschen von diesem Projekt, bestehend aus den Haushaltsmitgliedern der Sheanuss-Produzentinnen und -Händlerinnen, anderen Bäuerinnen, Gemeindeleitungen, lokalen Behörden, Transportunternehmen und Mikrofinanzinstitutionen.
Die Frauen in Fô-Bouré und Gamia zeigen eindrücklich, dass nachhaltiger Wandel durch die Entfaltung des eigenen Potenzials beginnt.
Im Norden Benins, im Distrikt Bouanri, kämpfen viele junge Frauen täglich ums Überleben.
Für sie ist der Gemüseanbau oft die einzige Chance, ein eigenes Einkommen zu erzielen und ihre Familien zu ernähren. Doch sie stossen auf zahlreiche Hindernisse: fehlender Zugang zu geeigneten landwirtschaftlichen Flächen und Wasser, teure Betriebsmittel, mangelnde Ausbildung sowie schlechte Lager- und Vermarktungsmöglichkeiten.
Am stärksten betroffen sind benachteiligte junge Frauen – darunter alleinerziehende Mütter, Witwen, Waisen und Opfer von Gewalt. Ihre Situation erfordert dringend gezielte Unterstützung, um ihnen neue Perspektiven und Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu geben.
Unser Market Gardening Projekt setzt genau hier an. Es ermöglicht 180 Frauen im Alter von 18 bis 35 Jahren, durch den Anbau von Gemüse ein eigenes Einkommen aufzubauen.
Die Teilnehmerinnen erhalten Zugang zu bewässerten Anbauflächen, hochwertigem Saatgut und praxisnahen Schulungen im nachhaltigen Gemüseanbau. Darüber hinaus stärken wir ihre unternehmerischen Fähigkeiten und schaffen verlässliche Absatzmöglichkeiten, damit die Frauen ihre Produkte erfolgreich auf lokalen Märkten verkaufen können. So entstehen langfristige Einkommensquellen, die nicht nur die Frauen selbst stärken, sondern auch ihre Familien und Gemeinden.
Rund 15’000 Menschen profitieren direkt oder indirekt von diesem Projekt. Vor allem aber gewinnen die jungen Frauen Hoffnung, Selbstvertrauen und wirtschaftliche Unabhängigkeit und damit die Chance auf eine bessere Zukunft.
Die junge Bevölkerung Benins ist engagiert und voller Tatkraft, doch viele finden keinen Zugang zu Arbeit oder Möglichkeiten, ihre Fähigkeiten einzusetzen.
Mit unserem Entrepreneurship-Programm in den Distrikten Tré und Paouingnan wird die Innovationskraft junger Menschen gefördert, um Hunger und Armut nachhaltig zu überwinden. Von 2023 bis 2026 begleiten wir 2’500 junge Landwirt:innen sowie 200 Jugendliche, die in zukunftsträchtigen Bereichen wie Solarenergie oder Handwerk ausgebildet werden. Sie erhalten Zugang zu digitalen Beratungsplattformen, zu Finanzierungen und zu Märkten.
Gemeinsam mit lokalen Partnern stärken wir ihre Produktivität, Innovationskraft und Widerstandsfähigkeit. Mehr als 25’000 Menschen in 22 Dörfern profitieren direkt oder indirekt von diesem Programm.
Die Jugend Benins trägt die Kraft in sich, den Wandel für kommende Generationen zu gestalten. Gemeinsam helfen wir, diese Kraft voll zu entfalten und neue Perspektiven für sich und ihre Gemeinschaften zu schaffen.
Mit Ihrer Spende helfen Sie Menschen in Benin, Hunger und extreme Armut dauerhaft zu überwinden. Jede Unterstützung schenkt Familien Hoffnung, Würde und die Chance auf eine nachhaltige Zukunft.