Burkina Faso zählt zu den ärmsten und am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Nur etwa ein Drittel der Bevölkerung kann lesen und schreiben, und mehr als 40 % leben unterhalb der Armutsgrenze. Viele Menschen sind mangelernährt und kämpfen täglich mit den Folgen des Klimawandels und politischer Instabilität.
In unseren Epicentern setzen wir genau dort an: Wir unterstützen lokale Initiativen, stärken gezielt Frauen und junge Menschen und schaffen so neue Perspektiven – für eine Zukunft frei von Hunger, Armut und Abhängigkeit.
Rund 24 Millionen Einwohner:innen
Über 40 % der Bevölkerung leben unterhalb der Armutsgrenze
Die durchschnittliche Lebenserwartung liegt bei 61 Jahren (Human Development Index, UNDP)
Im Herzen Westafrikas gelegen, vereint Burkina Faso kulturelle Vielfalt und landwirtschaftliche Bedeutung. Gleichzeitig zählt es zu den ärmsten Ländern weltweit. Fast 80 % der Bevölkerung sind unter 35 Jahre alt, mehr als die Hälfte davon Frauen. Die meisten Menschen leben von der Selbstversorgungslandwirtschaft, die durch Klimawandel, wiederkehrende Dürren und Überschwemmungen zunehmend bedroht wird. Hinzu kommen anhaltende humanitäre Krisen, politische Instabilität und terroristische Gewalt, die Teile des Landes erschüttern. Besonders betroffen sind die ländlichen Regionen, wo die Lebensgrundlage von Millionen Menschen gefährdet ist. Über 2 Millionen Menschen mussten fliehen und Schutz in anderen Gebieten suchen (UNHCR). Die aufnehmenden Gemeinden sind häufig überlastet, und der Zugang zu Nahrungsmitteln, Bildung und medizinischer Versorgung bleibt für viele Menschen stark eingeschränkt (World Food Programme, 2024).
Um die Nahrungsversorgung für die betroffenen Menschen zu sichern, werden dringend Massnahmen zur Stärkung der Landwirtschaft benötigt. Nur so lässt sich die Abhängigkeit von externer Hilfe reduzieren und eine nachhaltige Perspektive für die Bevölkerung schaffen.
Die Herausforderungen dabei sind gross: Der Anbau von Nahrungsmitteln erfolgt überwiegend mit traditionellen Methoden und vielen jungen Menschen fehlt das Fachwissen über nachhaltige, klimaresiliente Anbaumethoden. Hinzu kommt der Mangel an finanziellen Mitteln für Investitionen in moderne Gerätschaft, Dünger und Bewässerungsanlagen. Zusätzlich verschärfen Bodenverarmung und Schädlingsbefall die prekäre Ertragslage.
Das Hunger Projekt (THP) Burkina Faso ist seit 1997 vor Ort aktiv und ein verlässlicher Partner für nachhaltige Entwicklung. Gemeinsam mit den Dorfgemeinschaften wurden bereits 10 selbstständige Epicenter aufgebaut, die insgesamt rund 222’000 Menschen erreichen. Die dort entwickelten Programme und Infrastrukturen – darunter Gesundheitsstationen, Banken und Schulen – werden heute erfolgreich aus eigener Kraft und ohne externe Finanzierung von der lokalen Bevölkerung weitergeführt.
Aktuell begleitet THP den Aufbau weiterer Epicenter und erreicht dabei rund 37’000 Menschen, deren Alltag von Hunger und Armut geprägt ist – bis auch sie eine wirtschaftliche und soziale Selbständigkeit erlangen.
Die Gemeinde Arbollé in der Nordregion von Burkina Faso gehört zu den ärmsten Gegenden des Landes, rund 71 % der Bevölkerung leben dort in Armut. Die Landwirtschaft ist die zentrale Lebensgrundlage, doch trotz grosser Motivation und Tatkraft der weitestgehend jungen Bevölkerung reichen die Erträge nicht aus, um den Eigenbedarf zu decken.
Die jungen Menschen stehen vor grossen Herausforderungen:
Seit Oktober 2024 finanziert das Hunger Projekt Schweiz das Projekt „Wissen & Wandel” und stärkt die Menschen in 28 besonders armutsbetroffenen Dörfern. Im Mittelpunkt steht das Empowerment der lokalen Bevölkerung: Ziel ist es, Armut, Hunger und die Folgen des Klimawandels aus eigener Kraft zu überwinden. Die partizipative Umsetzung bindet Gemeinschaftsorganisationen, lokale Behörden und Medien ein, um die Nachhaltigkeit der Massnahmen auch nach Projektende zu sichern.
Mit dem Fokus auf junge Menschen, und insbesondere Frauen, werden folgende wirkungsvolle Lösungen realisiert:
Unser Schulungskonzept funktioniert wie eine Wissenskette mit dem Ziel einer breiten lokalen Verankerung: Gemeinsam mit lokalen Behörden und Gemeinden sensibilisieren wir zunächst 2’500 Teilnehmende. Anschliessend werden lokale „Mobilisierer:innen“ ausgebildet, die ihr Wissen zu nachhaltigem Anbau, Verarbeitung und Klimaanpassung an 300 junge Kleinbäuer:innen weitergeben. Diese teilen das erworbene Wissen wiederum in ihren Dörfern. So entsteht ein nachhaltiger Schneeballeffekt, der die landwirtschaftliche Produktivität in der ganzen Region steigert und die Gemeinden widerstandsfähiger gegenüber Klimafolgen macht.
Das Projekt „Wissen & Wandel“ eröffnet neue Perspektiven und befähigt die Menschen, sich dauerhaft aus eigener Kraft zu versorgen. Durch die enge Einbindung der Gemeinden wirkt das Projekt weit über die direkte Zielgruppe hinaus: Insgesamt profitieren über 1,7 Millionen Frauen, Männer und Kinder der Region von den positiven Auswirkungen des Projekts.